Fibromyalgie

Beschwerdebild · Fibromyalgie

Beim Fibromyalgiesyndrom schmerzen Muskeln und die Bereiche rund um die Gelenke an vielen Stellen des Körpers, oft über Monate. Häufig kommen Erschöpfung und schlechter Schlaf dazu. Die Gelenke selbst werden dabei nicht zerstört.

Bewegung gehört zu den am besten belegten Hilfen. Entscheidend ist der Einstieg: niedrig anfangen, langsam steigern und dranbleiben.

Fibromyalgie: Schmerzen an vielen Körperstellen, die Gelenke bleiben unbeschädigt Nacken, Schultern oberer Rücken Ellenbogen unterer Rücken Hüften Knie Gelenke bleibenunbeschädigt
  • Im KursSanfte Ausdauer, leichte Kräftigung und Entspannung
  • Nicht dabeiKeine festen Verbote, die Belastung richtet sich nach deiner Tagesform
  • AnstrengungGering bis mittel, langsam steigern
  • Ziel2- bis 3-mal pro Woche mindestens 30 Minuten Bewegung

Was ist das, woher kommt es?

Das Fibromyalgiesyndrom ist eine häufige chronische Schmerzerkrankung. In Deutschland sind rund 1,5 Millionen Menschen betroffen, Frauen deutlich öfter als Männer. Die Schmerzen beginnen oft am Rücken und breiten sich auf Arme und Beine aus.

Mögliche Ursachen

Die genauen Ursachen sind nicht bekannt. Das Risiko steigt mit dauerhaftem Stress, seelischen Belastungen, wenig Bewegung, Rauchen und Übergewicht. Fibromyalgie kann auch zu einer anderen Erkrankung hinzukommen, etwa zu einer rheumatoiden Arthritis.

Häufige Begleiter

  • Erschöpfung und nicht erholsamer Schlaf
  • Probleme mit Konzentration und Gedächtnis
  • Kopfschmerzen, Magen- und Darmbeschwerden
  • Empfindlichkeit gegen Druck und andere Reize

Röntgenbilder und Blutwerte sind meist unauffällig. Sie helfen vor allem, andere Erkrankungen auszuschließen. Die Beschwerden sind trotzdem echt: Fachleute gehen davon aus, dass das Nervensystem Schmerzsignale empfindlicher verarbeitet.

Was Bewegung bewirkt

Die deutsche Leitlinie und die europäischen Empfehlungen sind sich einig: Bewegung ist die wichtigste Säule der Behandlung. Am besten belegt ist Ausdauertraining mit geringer bis mittlerer Intensität, zum Beispiel zügiges Gehen, Radfahren, Tanzen oder Aquajogging, 2- bis 3-mal pro Woche für mindestens 30 Minuten. An Land und im Wasser wirkt es ähnlich.

  • Gymnastik in der Gruppe, an Land oder im warmen Wasser, wird ausdrücklich empfohlen.
  • Leichtes bis mäßiges Krafttraining ist ebenfalls sinnvoll.
  • Yoga, Qigong und Tai-Chi können helfen. Entspannung ergänzt das Training, ersetzt es aber nicht.

Schonung fühlt sich kurzfristig gut an, macht auf Dauer aber schwächer und empfindlicher. Dosierte Bewegung durchbricht diesen Kreis.

Der Schonungs-Kreislauf und wie dosierte Bewegung ihn unterbricht Schmerz Schonung weniger Kraftund Ausdauer mehr Schmerz DosierteBewegung unterbricht den Kreis

Was im Rehasport passiert

Bewegung in der Gruppe gibt es als Rehasport oder als Funktionstraining, zum Beispiel als Trocken- oder Wassergymnastik. Was für dich passt, besprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Im Kurs wechseln sich ruhige Ausdauerteile wie Gehen oder einfache Schrittfolgen mit leichter Kräftigung und Gleichgewicht ab. Am Ende stehen Dehnen, Atmung und Entspannung. Die Übungsleitung passt Tempo und Umfang an, Pausen sind jederzeit erlaubt.

Langsam steigern: Belastungstreppe in vier Stufen Start + etwas mehr + etwas mehr Ziel 5–10 Min.locker wenn es gutvertragen wird immer nur eineSache ändern 2–3 × pro Wochemind. 30 Min. Schlechter Tag: eine Stufe zurück, nicht aufhören.
Langsam steigern: Wer gut startet, bleibt dabei. Wer profitiert, sollte dauerhaft weitermachen.

Am Anfang kann es nach der Stunde mehr ziehen. Das heißt nicht, dass du dir schadest. Mach in dem Fall beim nächsten Mal etwas weniger, aber hör nicht auf.

Schmerz-Ampel beim Üben Leicht spürbar, geht nach der Stunde wegWeitermachen. Das ist häufig und kein Schaden. Deutlich und wird stärkerÜbung leichter machen: kleiner, langsamer, mit Halt oder im Sitzen. Stark, stechend oder hält bis zum nächsten Tag anAufhören und der Übungsleitung Bescheid sagen.

Gut zu wissen im Alltag

  • Kräfte einteilen: An guten Tagen nicht alles nachholen, an schlechten nicht ganz aufhören. Ein gleichmäßiges Maß trägt weiter.
  • Feste Zeiten: Bewegung zur gleichen Zeit wird schneller zur Gewohnheit, das gilt auch für den Schlafrhythmus.
  • Wärme: Warmes Wasser, ein warmes Bad oder eine Wärmflasche empfinden viele als angenehm.
  • Wissen und Austausch: Patientenschulungen und Selbsthilfegruppen, etwa bei der Deutschen Rheuma-Liga, helfen beim Umgang mit der Erkrankung.

Wann ärztlich abklären?

Fibromyalgie verändert sich meist langsam. Lass dich ärztlich untersuchen, wenn sich etwas deutlich anders anfühlt als sonst: neue oder andere Schmerzen, ein geschwollenes, gerötetes Gelenk, Fieber, ungewollter Gewichtsverlust, neue Taubheit oder Lähmungen.

Wenn die Niedergeschlagenheit sehr schwer wird oder du an Selbstverletzung denkst, hol dir sofort Hilfe: in der Hausarztpraxis, beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 oder rund um die Uhr bei der Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111.

Diese Fragen helfen dir im Kurs und in der Praxis

  • Mit wie viel Bewegung soll ich anfangen und wie schnell steigern?
  • Ist Wassergymnastik oder Training an Land für mich besser?
  • Woran merke ich, dass ich mich überfordert habe, und was mache ich dann?
  • Welche Entspannungsübung passt zu mir?
  • Gibt es eine Schulung oder Selbsthilfegruppe in meiner Nähe?

Zum Mitmachen

Übungen aus dem Rehasport für zu Hause, mit Bild und Anleitung. Nur Übungen machen, die in der Gruppe schon gelernt wurden.

Quellen und weiterführende Informationen

In eigenen Worten zusammengefasst. Die Seite ersetzt keine ärztliche Untersuchung und keine individuelle Beratung.

Stand: Oktober 2026, abgeglichen mit dem Regelwerk 2026.6.

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Allgemeine Informationen, ersetzen keine ärztliche Beratung. Wir sind Trainerinnen und Trainer, keine Ärztinnen und Ärzte: Untersuchung, Diagnose und Behandlung gehören in ärztliche Hände.

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